Die Losung


   Friday, 28. February 2020  

Psalm 22, 2

Mein Gott, mein Gott! / Warum hast du mich verlassen? [2] / Warum bist du so weit weg? / Du hörst mein Schreien nicht!

Apostelgeschichte 12, 5

Während Petrus streng bewacht im Gefängnis saß, betete die Gemeinde inständig für ihn zu Gott




Psalm 22

Von Gott verlassen

 1  Dem Chorleiter. Nach der Weise "Hirschkuh im Morgenrot". Ein Psalmlied von David  2  Mein Gott, mein Gott! / Warum hast du mich verlassen? [2] / Warum bist du so weit weg? / Du hörst mein Schreien nicht!  3  Mein Gott, ich rufe am Tag, / doch du antwortest nicht, / ich rufe bei Nacht / und finde nicht Ruh!  4  O Heiliger du, / der in Israels Lobliedern wohnt!  5  Unsere Väter vertrauten auf dich, / sie vertrauten, / und du hast sie befreit  6  Sie schrien zu dir, / haben Rettung gefunden; / sie vertrauten auf dich, / wurden niemals enttäuscht  7  Aber ich bin ein Wurm und kein Mann, / ein Spott der Leute, / verachtet vom Volk  8  Die mich sehen, / die spotten über mich, / verziehen die Lippen, / schütteln den Kopf  9  "Er hat es auf Jahwe gewälzt, / der mag ihn jetzt retten, / er hat ja Gefallen an ihm!" [9]  10  Aus dem Mutterleib hast du mich gezogen, / an der Brust meiner Mutter mich Vertrauen gelehrt  11  Du bist mein Schutz, seit mein Leben begann, / und mein Gott von meiner Mutter Leib an  12  Sei mir nicht fern in meiner Not! / Nur Angst ist bei mir, / keine Hilfe ist nah  13  Gewaltige Stiere kreisen mich ein, / von Büffeln aus Baschan [13] bin ich bedrängt  14  Sie reißen die Mäuler gegen mich auf; / raubgierige Löwen brüllen mich an  15  Ich zerlaufe wie Wasser auf trockener Erde, / ausgerenkt sind meine Glieder, / und mein Herz zerschmilzt wie Wachs, / als ob es in meinen Gedärmen zerfließt  16  Meine Kraft ist vertrocknet, / dürr wie ein Scherben. / Meine Zunge klebt, / am Gaumen haftet sie fest.

In den Staub des Todes hast du mich gelegt,
 17  denn mich umlauert die Meute der Hunde. / Übles Gesindel hat mich umringt / und hat mir Hände und Füße durchbohrt  18  All meine Knochen könnte ich zählen. / Sie stehen dabei und gaffen mich an  19  Meine Kleider teilen sie unter sich auf, / und mein Gewand verfällt ihrem Los. [19]  20  O Jahwe, du, / bleib mir nicht fern! / Du, meine Stärke, / hilf mir ganz schnell!  21  Rette mich vor dem Schwert meiner Feinde, / mein Leben aus der Gewalt dieser Hunde  22  Reiß mich aus dem Rachen des Löwen, / von den Hörnern der Büffel ziehe mich weg. [22]  23  Ich will deinen Namen den Brüdern verkünden. / Vor der ganzen Gemeinde preise ich dich! [23]  24  Lobt Jahwe, alle, die ihr ihn fürchtet! / Ihr Nachkommen Jakobs, bringt ihm das Lob! / Israels Enkel, erschauert vor ihm!  25  Er hat nicht verachtet, / den Bedürftigen nicht verschmäht, / hat sein Gesicht nicht abgewandt, / hat seinen Hilfeschrei gehört  26  Dir gilt mein Lob in der großen Gemeinde. / Meine Versprechen, die löse ich ein. / Und die Gott fürchten, sehen mir zu  27  Die sich vor ihm beugen, die essen sich satt. / Die ihn suchen, die loben Jahwe. / Für immer lebe euer Herz auf!  28  Es werden daran denken die Enden der Erde, / zu Jahwe sich kehren die Völker der Welt / und sich beugen vor ihm  29  Denn Jahwe ist der König, / er herrscht über jedes Volk  30  Dann beugen sich nieder alle Reichen der Erde, / dann knien vor ihm, die zum Staub hinabfuhren, / und jeder, der sich nicht selbst am Leben erhält  31  Ein neues Geschlecht darf ihm nun dienen, / erzählen vom Herrn dem künftigen Stamm  32  Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit schildern / dem Volk, das noch geboren wird, / denn er hat es vollbracht.







[2]: Diesen Vers betete Jesus am Kreuz (Matthäus 27,46).
[9]: Das erfüllte sich wörtlich bei der Kreuzigung von Jesus Christus (Matthäus 27,43).
[13]: Baschan. Sehr fruchtbare Hochebene östlich vom See Gennesaret.
[19]: Wird im Neuen Testament von Johannes zitiert: Johannes 19,24.
[22]: Büffel ziehe mich weg. Man kann den Text auch so auffassen, dass der Umschwung schon in diesem Versteil sichtbar wird. "... der Büffel. Du hast mich erhört."
[23]: Wird im Neuen Testament zitiert: Hebräer 2,12.

Apostelgeschichte 12

Gewalt gegen die führenden Männer

 1  Um diese Zeit ging König Herodes [1] gegen Mitglieder der Gemeinde vor und ließ sie misshandeln  2  Jakobus, den Bruder von Johannes, ließ er enthaupten  3  Als er merkte, dass das den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. Das geschah während des Festes der ungesäuerten Brote. [3]  4  Er ließ ihn ins Gefängnis schaffen und von vier Gruppen zu je vier Soldaten bewachen. Nach dem Passafest wollte er ihn vor dem Volk aburteilen  5  Während Petrus streng bewacht im Gefängnis saß, betete die Gemeinde inständig für ihn zu Gott  6  In der Nacht vor der von Herodes geplanten Verurteilung schlief Petrus zwischen zwei Soldaten. Er war an jeden mit einer Kette gefesselt, während zwei andere vor der Tür seiner Zelle Wache hielten  7  Plötzlich stand ein Engel des Herrn vor ihm und ein helles Licht erfüllte die Zelle. Er stieß Petrus in die Seite, um ihn zu wecken. "Steh schnell auf!", sagte er. Sofort fielen ihm die Ketten von den Handgelenken ab  8  "Binde den Gürtel um und zieh deine Sandalen an!", befahl der Engel. Petrus tat es. "Wirf den Mantel über und komm!"  9  Petrus folgte dem Engel hinaus. Doch er wusste nicht, ob es Wirklichkeit war, was er mit dem Engel erlebte. Er meinte zu träumen  10  Sie gingen an der ersten Wache vorbei, dann an der zweiten und kamen an das eiserne Tor, das in die Stadt führte. Das öffnete sich ihnen von selbst. Sie traten hinaus und gingen eine Gasse hinunter. Da verschwand der Engel neben ihm plötzlich  11  Jetzt kam Petrus zu sich. "Nun weiß ich wirklich, dass der Herr seinen Engel geschickt hat", sagte er. "Er hat mich vor Herodes gerettet und vor dem, was die Juden sich erhofften."  12  Als ihm das klar geworden war, ging er zum Haus der Maria, der Mutter von Johannes Markus [12] . Dort waren viele zusammengekommen, um zu beten  13  Als Petrus an die Tür im Hofeingang klopfte, kam eine Dienerin und wollte nachsehen, wer da wäre. Sie hieß Rhode  14  Als sie die Stimme des Petrus erkannte, lief sie gleich ins Haus und rief: "Es ist Petrus! Petrus steht vor dem Tor!" Vor lauter Freude hatte sie vergessen, das Tor zu öffnen  15  "Du bist wohl nicht ganz bei Verstand", sagten sie zu ihr. Doch sie behauptete steif und fest, dass es Petrus sei. Da meinten sie: "Dann ist es sein Engel."  16  Aber Petrus klopfte unaufhörlich weiter, bis sie schließlich aufmachten. Als sie ihn sahen, gerieten sie vor Staunen außer sich  17  Doch er brachte sie mit einer Handbewegung zum Schweigen und erzählte ihnen dann, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt hatte. "Berichtet das auch Jakobus [17] und den Brüdern!", bat er sie. Dann ging er hinaus und verließ die Stadt  18  Als es Tag wurde, gerieten die Soldaten in große Bestürzung. Keiner wusste, was mit Petrus geschehen war  19  Und als Herodes ihn holen lassen wollte, war er nirgends zu finden. Da verhörte er die Wachen und befahl, sie abzuführen. Anschließend begab er sich von Judäa wieder in seine Residenzstadt Cäsarea  20  Damals lag Herodes im Streit mit den Bewohnern von Tyrus und Sidon [20] . Nun schickten diese eine gemeinsame Delegation zu ihm. Der Abordnung gelang es, den königlichen Palastverwalter Blastus als Fürsprecher zu gewinnen. So baten sie um Frieden, weil ihr Gebiet von den Lebensmittellieferungen des königlichen Landes abhängig war

[1]: Herodes Agrippa I., ein Enkel von Herodes dem Großen, dem Kindesmörder von Bethlehem, und ein Neffe von Herodes Antipas, der Johannes den Täufer hinrichten ließ.
[3]: Fest der ungesäuerten Brote. Das war die Festwoche, die sich an das Passa (2. Mose 12-13) anschloss (3. Mose 23,5-8). Manchmal wurden beide Feste zusammen wie in Vers 4 "Passa" genannt.
[12]: Johannes Markus. Der spätere Verfasser des Markus-Evangeliums.
[17]: Jakobus. Gemeint ist hier der Halbbruder von Jesus.
[20]: Tyrus und Sidon waren die wichtigsten Hafenstädte Phöniziens (heute: Libanon).





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